Künstler

Künstler gehören zu den wirtschaftlich am stärksten Betroffenen in der aktuellen Phase der Krise. Mit Erlass vom 15. März 2020 wurden sämtliche Veranstaltungen in NRW in der Zeit vom 16. März bis einschließlich 19. April 2020 vollständig untersagt.

Vergleichbare Regelungen gelten in allen Bundesländern. Mit einer Verlängerung der Sperre ist nach den aktuellen Entwicklungen wohl zu rechnen.

Wir haben für Sie Informationen zur Soforthilfe für Kultur- und Weiterbildungseinrichtungen sowie die Maßnahmen der Künstlersozialkasse hier zusammengefasst. 

Soforthilfe für Künstler

In den ersten Bundesländern sind bereits Soforthilfen für Künstler (Soforthilfe für Kultur- und Weiterbildungseinrichtungen) umgesetzt, so auch in NRW.

Der Vorteil im Vergleich zu geförderten Krediten ist, dass keine Rückzahlungsverpflichtung besteht. Um sog. Mitnahmeeffekte zu vermeiden bzw. einzudämmen sind die gewährten Soforthilfen als steuerpflichtige Einnahme für das laufende Wirtschaftsjahr zu erfassen, also der Einkommensteuer zu unterwerfen.

Eine Umsatzsteuerpflicht besteht nicht, da für die Hilfe keine konkrete Leistung erbracht wird. Es muss daher auch keine Rechnung erstellt werden. Achten Sie aber bitte darauf den Erhalt solcher Leistungen mit Ihrem Steuerberater zu kommunizieren.

Maßnahmen der Künstlersozialkasse

Meldung der geänderten Einkommenserwartung

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Lässt sich die Schätzung des gemeldeten voraussichtlichen Jahresarbeitseinkommens im laufenden Jahr nicht verwirklichen, weil zum Beispiel Aufträge storniert werden, besteht jederzeit die Möglichkeit, der KSK die geänderte Einkommenserwartung zu melden.

Die Beiträge werden auf Antrag den geänderten Verhältnissen angepasst. Die Änderung wirkt sich für die Zukunft aus und kann nach der gesetzlichen Regelung zwar wiederholt aber nicht rückwirkend korrigiert werden.

Eine Änderung der Schätzung des voraussichtlichen Jahresarbeitseinkommens sollte deswegen sorgfältig und behutsam erfolgen, je nachdem wie sich die Situation im laufenden Kalenderjahr absehbar entwickelt.

Individuelle Zahlungserleichterungen

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Bestehen durch die Auswirkungen des Corona-Virus akute und schwerwiegende Zahlungsschwierigkeiten können Sie einen formlosen, schriftlichen Antrag auf Stundung der Beiträge oder Ratenzahlung stellen.

Der Antrag soll eine kurze Begründung zu den Umständen der Zahlungsschwierigkeiten beinhalten.

Ohne weitere Ermittlungen kann in diesen Fällen eine zinslose Stundung bis zunächst 30. Juni 2020 erfolgen.

Dies bedeutet, dass die monatlichen Beitragsforderungen zwar nach wie vor entstehen, jedoch von der KSK nicht vor Juli 2020 geltend gemacht werden.

Der Antrag kann auch per E-Mail (auskunft@kuenstlersozialkasse.de) gestellt werden.

Antrag auf Leistungen nach dem Zweiten Buch, Sozialgesetzbuch (ALG II) 

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Wer keine Einnahmen erzielen kann, weil z.B. Konzerte, Ausstellungen u.ä. abgesagt werden, hat zudem die Möglichkeit Leistungen nach dem Zweiten Buch, Sozialgesetzbuch (ALG II) zu beantragen. Ansprechpartner ist das jeweils zuständige Jobcenter oder, für die Bewilligung von Arbeitslosengeld I die Agentur für Arbeit.

Maßnahmen für abgabepflichtige Unternehmen

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Abgabepflichtige Unternehmen, die voraussichtlich geringere Umsätze mit künstlerischen / publizistischen Leistungen erzielen, als dies im Vorjahr der Fall war können bei der KSK einen Antrag auf Herabsetzung der monatlichen Vorauszahlungen stellen. Die monatlichen Vorauszahlungen können auf Antrag reduziert werden, wenn die abgabepflichtigen Entgelte voraussichtlich deutlich geringer als im Vorjahr ausfallen.